Procopius-Münzschule – Fälschungen und Nachahmungen: Methoden der Münzfälschung
Eine Münze kann aus echtem Gold bestehen, mehrere hundert Jahre alt sein und aus einer alten Sammlung stammen – all dies allein beweist jedoch noch nicht, dass sie echt ist. Um die Echtheit beurteilen zu können, muss auch geklärt werden, wann, mit welcher Technologie und unter welchen Umständen sie hergestellt wurde.
Eine Fälschung bedeutet nicht immer die Herstellung einer kompletten Münze. Auch durch die Veränderung des Prägejahres oder des Münzzeichens einer echten Münze kann ein Objekt geschaffen werden, das wie eine wertvolle Rarität erscheint. In anderen Fällen gelangt eine Kopie, die ursprünglich zu Studienzwecken oder zur Ausstellung angefertigt wurde, als Original auf den Markt.
Zur Geschichte der Fälschung gehört daher auch die Geschichte der Kopien. Zwischen beiden lassen sich anhand des Herstellungszwecks, der Dokumentation des Objekts und der im Verkauf verwendeten Bezeichnung Unterschiede feststellen.
Die wichtigsten Methoden und die damit verbundenen Täuschungsmanöver
- Gegossene Fälschungen.
- Fälschungen, die mit neu angefertigten Prägewerkzeugen hergestellt wurden.
- Prägeplatten, die nach einem von der Originalmünze übernommenen Motiv angefertigt wurden.
- Galvanoplastische Abgüsse, Galvanok.
- Stücke, die aus einem Kern aus einem anderen Metall gefertigt und mit Edelmetall überzogen sind.
- Änderung von Jahreszahlen, Prägezeichen und Inschriften.
- Das nachträgliche Umprägen und „Korrigieren” des Münzbildes.
- Fantasiegeschichten und fiktive Varianten.
- Künstliche Alterung und irreführende Darstellung der Herkunft.
Die Methoden können sich überschneiden. Ein Gussstück kann nachträglich überarbeitet werden, eine Fälschung kann künstlich gealtert werden, und einer alten Kopie kann später eine erfundene Entstehungsgeschichte zugeschrieben werden.
1. Gegossene Fälschungen
Bei der Herstellung einer gegossenen Fälschung wird von einer Originalmünze eine Negativform angefertigt, in deren Hohlraum anschließend geschmolzenes Metall gegossen wird. Das erstarrte Objekt ahmt die Oberfläche der Originalmünze nach, wird jedoch nicht durch die für die Münzprägung typische Metallumformung unter Druck hergestellt.
Beim Gießen in der Form eingeschlossene Gase und Hohlräume, die während der Erstarrung entstehen kleine Gusslöcher, Vertiefungen oder unregelmäßige Poren kann dazu führen. Ein weiteres Anzeichen dafür kann eine körnige Oberfläche und eine Unschärfe der Details sein.
Bei der Beurteilung der Porosität müssen jedoch auch Korrosion, der Zustand des Grundmaterials und spätere Oberflächenbeschädigungen berücksichtigt werden. Eine poröse Münze ist nicht automatisch eine gegossene Fälschung.
An den Verbindungsstellen der Formteile Gussnaht, und an der Stelle, an der das Metall eingeleitet wurde, können Reste des Gießkanals zurückbleiben. Nach deren Entfernung können am Rand Bearbeitungsspuren zurückbleiben.
Man muss immer die ursprüngliche Herstellungstechnik der jeweiligen Münzart kennen. Es gibt Münzen, die ursprünglich im Gussverfahren hergestellt wurden; bei diesen sind die Gussspuren ganz natürlich.
2. Fälschungen, die mit neu gravierten Prägewerkzeugen hergestellt wurden
Diese Nachbildungen werden mit später hergestellten Prägestempeln und durch Prägen hergestellt. Die Münze ist also tatsächlich ein geprägtes Stück, stammt jedoch nicht aus der ursprünglichen Epoche und stammt auch nicht aus der ursprünglichen Münzstätte. Ein berühmtes historisches Beispiel hierfür ist das Werk von Carl Wilhelm Becker.
Ein wichtiger Anhaltspunkt für diese Erkenntnis ist die deutlicher Stilunterschied. Die Proportionen des Porträts, die Gestaltung des Gesichts, der Rhythmus der Haarsträhnen, die Krone, das Wappentier und die Darstellung der Verzierungen können von den typischen Lösungen der damaligen Werkstatt abweichen.
Besondere Beachtung verdienen die Form, die Strichstärke, die Neigung und der Abstand der Buchstaben und Ziffern zueinander. Ebenso wichtig ist der Abstand zwischen den Motiven: Wie weit ist das Porträt von der Umrandung entfernt, das Wappen von der Inschrift oder die Jahreszahl vom Rand?.
Der Fälscher kann einzelne Details überzeugend nachbilden, während die Proportionen der Gesamtkomposition aus dem Gleichgewicht geraten. Das gefälschte Münzbild kann sogar regelmäßiger wirken als das Original.
Selbst unter den handgravierten Original-Prägeplatten können erhebliche Unterschiede bestehen. Entscheidend ist daher, ob die Details insgesamt mit den bekannten Merkmalen der jeweiligen Epoche, der Münzstätte und der Prägeplattenvariante übereinstimmen.
3. Prägestempel, die nach einem von der Originalmünze übernommenen Muster angefertigt wurden
Bei dieser Methode wird die Oberfläche einer echten Münze auf die Fälschungspresse übertragen. Das Münzbild kann so dem Original sehr nahe kommen, allerdings können auch individuelle Beschädigungen des Musterstücks auf die später geprägten Exemplare übertragen werden.
Einer der stärksten Anhaltspunkte für diese Erkenntnis ist der sich immer wiederholende Gebrauchsspuren. Wenn an mehreren Stücken an derselben Stelle Kratzer, Schläge oder Vertiefungen in identischer Form zu sehen sind, könnte dies darauf hindeuten, dass sie von einem gemeinsamen Musterexemplar kopiert wurden. Die Übereinstimmung mehrerer unabhängiger Beschädigungen ist besonders aussagekräftig.
Man muss die gemeinsamen Prägefehler von den durch Nachahmung entstandenen Beschädigungen unterscheiden. Bei den Originalmünzen kann sich ein Prägefehler natürlich wiederholen. Die im Umlauf entstandenen Beschädigungen betreffen hingegen jedes einzelne Exemplar für sich.
Für die Untersuchung ist es hilfreich, mehrere authentische Exemplare sowie frühere Auktionsfotos miteinander zu vergleichen. Es lohnt sich, besonders auf die größeren ebenen Flächen zu achten, auf denen kleine Vertiefungen, die nicht zum Münzbild gehören, leichter zu erkennen sind.
Ein Hinweis darauf können auch das insgesamt matte Detailbild und das ungewöhnliche Glanzlicht sein. Die Mattheit kann jedoch auch durch eine schwache Prägung oder einen abgenutzten Originalprägewerkzeug verursacht werden.
Auch hier sind das entsprechende Gewicht und der Metallgehalt allein nicht ausschlaggebend. Es ist eine umfassende Untersuchung der Oberfläche, der wiederkehrenden Beschädigungen und der Vergleichsexemplare erforderlich.
4. Galvanoplastische Abgüsse, Galvanok
Bei der Galvanoplastik handelt es sich um eine elektrochemisch hergestellte Metallkopie. Bei Münzen werden die Vorderseite und die Rückseite oft separat reproduziert, und die so entstandenen Metallschalen werden anschließend zusammengefügt.
Die Galvanik kann sehr detailreich sein, daher Die Untersuchung des Randes ist besonders wichtig. An der Verbindungsstelle der beiden Schalen kann eine feine Fugenlinie oder gegebenenfalls eine Lötstelle zurückbleiben. Sie können versuchen, die Fuge durch nachträgliches Glätten oder Feilen zu kaschieren.
Auf der Oberfläche können abgerundete, leicht verdickte Buchstaben und weichere Details auftreten. Auch individuelle Beschädigungen des Musterstücks können reproduziert werden. Gewicht und Dichte können vom Original abweichen, wobei es jedoch Ausnahmen geben kann.
Eine Galvanoplastik ist nicht unbedingt ein Gegenstand, der zu Betrugszwecken dient. Solche Nachbildungen wurden auch für die Ausstellung in Museen und zu Vergleichszwecken angefertigt.
Die alte Kopie kann eine eigene historische Bedeutung haben. Eine Täuschung liegt vor, wenn sie als Originalgeld angeboten wird, ohne dass dabei erwähnt wird, dass es sich um eine Kopie handelt.
5. Stücke aus einem Fremdmetallkern, die mit Edelmetall überzogen sind
Das Wesentliche dieser Methode besteht darin, dass der Kern der Münze aus einem billigeren Metall besteht, während ihre Oberfläche mit einer Edelmetallschicht überzogen ist. In der antiken Numismatik wurden solche, oft fourrée Die unter dieser Bezeichnung geführten Stücke sind wichtige Zeugnisse der damaligen Geldfälschung. Auch in Museumssammlungen werden Fälschungen aus dieser Zeit sowie Gegenstände im Zusammenhang mit aus dem Verkehr gezogenen Münzen aufbewahrt.
Im Rahmen der Prüfung sind die Kontinuität der Beschichtung, das an den Beschädigungen sichtbare Metall sowie die physikalischen Daten zu bewerten. Ein farblich abweichender Fleck kann jedoch auch auf Korrosion oder Verschmutzung hindeuten, weshalb es nicht sinnvoll ist, allein aufgrund der Farbe Schlussfolgerungen zu ziehen.
Der Fälscher jener Zeit nutzte den Zahlungswert des Geldes aus. Der spätere Sammlerfälscher hingegen rechnet vor allem mit dem Aufschlag, der sich aus der Seltenheit ergibt.
Eine Fälschung aus jener Zeit kann ein wertvolles historisches Denkmal sein, doch ihre korrekte Bezeichnung lautet weiterhin Fälschung aus jener Zeit.
6. Änderung von Jahreszahlen, Prägezeichen und Inschriften
Der Fälscher geht von einer echten Münze aus. Durch die Änderung eines Jahresdatums oder eines Prägezeichens versucht er, aus einer gewöhnlichen Münze eine wertvolle Rarität zu machen.
Ein gutes Beispiel aus unserer Sammelpraxis Die 5-Kronen-Münze von Franz Joseph aus dem Jahr 1906, bei der die Ziffern auf Originalmünzen aus anderen Prägejahren ausgetauscht oder verändert werden. Schon bei der 10-Kronen-Münze von 1915 sind wir auf einen solchen Eingriff gestoßen.
Es könnte sich hierbei um Fälschungen handeln, da die Münze selbst echt ist, lediglich die Jahreszahl, die ihren Wert bestimmt, wurde verändert.
Für die Erkennung sind die Ziffern Form, Höhe, Dicke, Neigung und Abstand zueinander muss untersucht werden. Wichtig ist auch, wie sie mit der Oberfläche der Münze verbunden sind.
Das Glätten der umgebenden Fläche, Bearbeitungsspuren oder eine abweichende Färbung können Verdacht erregen. Bei eingefügten Ziffern sollte auch die Grenze der Einfügung beachtet werden. Bei der Erkennung von Jahreszahlmanipulationen kann auch ein Vergleich der Prägebilder mit authentischen Exemplaren hilfreich sein.
Geringfügige Abweichungen bei den Ziffern können auch auf die ursprünglichen Prägevarianten zurückzuführen sein. Die Schrift- und Ziffernformen, die Anordnung sowie der Zustand der umgebenden Oberfläche müssen gemeinsam bewertet werden.
Das Geld kann echt sein, während die Jahreszahl gefälscht ist.
7. Nachträgliches Umprägen und „Korrigieren” des Münzbildes”
Bei der Nachbearbeitung werden abgenutzte oder beschädigte Details im Metall nachgeformt. Das Ziel kann darin bestehen, das äußere Erscheinungsbild zu verbessern oder eine Sonderausführung zu gestalten.
Bei der Untersuchung ist zu prüfen, ob der Zustand der Details mit der umgebenden Oberfläche übereinstimmt. Auffallend scharfe Haaransätze oder künstlich vertiefte Verzierungen auf einem stark abgenutzten Porträt rechtfertigen eine weitere Untersuchung.
Die bearbeitete Münze kann ein Originalstück sein, doch ihre Oberfläche weist nicht mehr den ursprünglichen Prägezustand auf. Auch die NGC unterscheidet zwischen irreführenden Veränderungen der Jahreszahl und des Prägezeichens und anderen Arten der Oberflächenbearbeitung.
Der Eingriff muss beim Verkauf angegeben werden, damit der Sammler über den tatsächlichen Zustand der Münze informiert ist.
8. Fantasie-Drehbücher und fiktive Varianten
Eine Fantasy-Münze ist ein historisch anmutendes Werk, das nicht auf einer authentisch belegten zeitgenössischen Ausgabe basiert. Sie kann bestehende Motive miteinander verbinden oder den Anschein einer nie ausgegebenen Stückelung erwecken.
Besonders sorgfältig müssen Stücke aus ungewöhnlichen Materialien, mit außergewöhnlichem Gewicht oder bisher unbekannte Exemplare untersucht werden. Eine Goldmünze, deren Motiv dem einer Silbermünze nachempfunden ist, kann allein aufgrund ihres Materials nicht als zeitgenössischer Probeguss bezeichnet werden.
Zur Identifizierung sind neben dem Objekt selbst auch historische und numismatische Belege erforderlich: frühere Veröffentlichungen, Sammlungsangaben, Prägeorte oder Dokumente, die Aufschluss über die Umstände der Ausgabe geben.
Die Behauptung, es handele sich um eine „bislang unbekannte Rarität”, lässt sich allein durch das Fehlen in den Katalogen nicht belegen.
9. Künstliche Alterung und irreführende Darstellung der Herkunft
Die Oberfläche einer Fälschung kann so gestaltet werden, dass sie den Eindruck alter Münzen erweckt. Die künstliche Verfärbung kann die Aufmerksamkeit von den Detailfehlern der Fälschung ablenken; ein solches Beispiel hat auch die NGC dokumentiert.
Auch die mit dem Gegenstand verbundene Geschichte kann den Käufer beeinflussen. Behauptungen wie „aus einem alten Nachlass”, „aus der Sammlung des Großvaters” oder „aus einem Museum stammend” stellen eine Herkunft dar, die ohne Belege nicht überprüft werden kann.
Eine Fälschung könnte tatsächlich in eine alte Sammlung gelangt sein und dort möglicherweise über mehrere Generationen hinweg für echt gehalten worden sein.
Die lange Sammlungsgeschichte ist Teil der Geschichte des Objekts, beweist jedoch für sich genommen nicht die Echtheit der Ausgabe.
Fälschung, Kopie und Nachprägung
Bei der Bezeichnung sind sowohl die Umstände der Herstellung als auch die Art der Präsentation zu berücksichtigen.
- Kopie: eine Reproduktion eines früheren Objekts, die als Kopie identifiziert wird.
- Nachdruck: spätere Prügelstrafe; zu ihrer Beurteilung müssen die Herkunft der Prügelstränge und die Umstände ihrer Herstellung geklärt werden.
- Fälschung aus jener Zeit: eine unbefugte Nachahmung, die während der Umlaufzeit des Originalgeldes hergestellt wurde.
- Sammlerfälschung: eine spätere Nachahmung, die als historisches Original verkauft wurde oder als solches bestimmt war.
- Fantasie-Schmiede: Ein Werk, das einen historischen Charakter hat, jedoch einen zeitgenössischen Typus darstellt, der nicht authentisch belegt ist.
Der Begriff „Nachdruck” allein ist kein Beweis für eine offizielle Herkunft. Und eine Kopie kann später zu einem Mittel der Täuschung werden, wenn ihre wahre Natur verschwiegen wird.
Paduaner: Die Nachbildung antiker Münzen in der Renaissance
Die Paduaner bilden eine bedeutende Gruppe von Künstlern, die in der Renaissance römische Münzbilder nachahmten. Ihr bekanntester Meister ist der Paduaner Giovanni da Cavino (1500–1570) war.
Das Interesse an der Antike regte auch die Schaffung neuer Werke an. Cavinos Werke sollten daher nicht automatisch mit Fälschungen gleichgesetzt werden, die zu betrügerischen Zwecken hergestellt wurden. Auch die Fachliteratur betont diesen Unterschied. Aufgrund ihres überzeugenden Erscheinungsbildes konnten sie jedoch später fälschlicherweise für echte römische Münzen gehalten werden.
Zu dieser Gruppe gehören auch spätere Reproduktionen. Das British Museum verzeichnet auch eine spätere Nachbildung dieser Renaissance-Imitation.
Bei einem „Paduaner” muss daher auch geklärt werden, ob es sich um ein Werk aus der Renaissance oder um eine spätere Kopie davon handelt.
Carl Wilhelm Becker: Fälschungen aus dem frühen 19. Jahrhundert
Becker fertigte mit seinen eigenen Prägewerkzeugen hochwertige Fälschungen an. Er verkaufte seine Werke auch über Zwischenhändler, musste dann aber 1824 seine Tätigkeit zugeben. Nach seinem Tod wurden mit seinen Stempeln weitere Exemplare angefertigt. Seine erhalten gebliebenen Werkzeuge werden in einer Museumssammlung aufbewahrt.
Bei der Bezeichnung „Becker-Prägung” sind daher der Entstehungszeitpunkt und die Dokumentation von Bedeutung. Die Geschichte eines zu Lebzeiten des Meisters entstandenen Stücks und die eines später mit seinen Prägestempeln hergestellten Exemplars können voneinander abweichen.
Heute sind dies sammelbare Zeugnisse der Geschichte der Fälschungen. Ihre eigene Bedeutung macht sie jedoch nicht zu echten antiken Münzen.
Adolf Resch und die Nachbildungen der transsilvanischen Münzen
Der Name des Brașov-er Juweliers und Numismatikers Adolf Resch steht für das Standardwerk zur Erforschung der transsilvanischen Münzen, das Erschienen im Jahr 1901 Siebenbürgische Münzen und Medaillen von 1538 bis heute steht im Zusammenhang mit dem Band mit dem Titel
Resch fertigte auch galvanoplastische Abgüsse an. In der Fachliteratur über ihn wird seine Sammlung erwähnt, die transsilvanische Münzen und Medaillen reproduziert. Seine Tätigkeit fügt sich in die Sammler- und Forschungspraxis der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert ein.
Es ist daher nicht sinnvoll, sein Werk einfach mit dem von Becker gleichzusetzen. Das Anfertigen von Kopien diente auch der Dokumentation und dem Studium.
Die Bezeichnung „Resch-Kopie” ist jedoch eine konkrete Zuschreibung: Nicht jede alte transsilvanische Galvanoplastik ist nachweislich sein Werk. Zur Identifizierung sind Dokumentation und Vergleich erforderlich.
Für den Sammler
Bei der Prüfung der Originalität sind drei Fragen gesondert zu behandeln:
- Worum geht es? Echtes Geld, eine Fälschung aus jener Zeit, eine spätere Kopie oder eine Fantasieprägung?
- Wann und wie ist es entstanden? Die darauf angegebene Jahreszahl entspricht nicht unbedingt dem Herstellungsjahr.
- Welcher Eingriff wurde an ihm vorgenommen? Auch eine echte Banknote kann eine falsche Jahreszahl oder übermalte Details aufweisen.
Gewicht, Größe, Material, Münzbild und Rand müssen gemeinsam bewertet werden. Eine einzelne passende Eigenschaft beweist noch keine Echtheit, und eine einzelne Abweichung reicht nicht immer aus, um eine Fälschung festzustellen.
Ein altes Exemplar kann einen eigenständigen numismatischen Wert haben. Die genaue Bezeichnung ermöglicht es dem Sammler, genau das zu erwerben, was das Objekt tatsächlich ist.
Fachliteratur und Fachquellen
Grundlegende historische Werke:
- Hill, George Francis: Becker, der Fälscher. I–II. London: Spink & Son, 1924–1925. Eine grundlegende Aufarbeitung von Beckers Werk und seinen Prägungen.
- Pinder, Moritz: Die gefälschten Münzen der Beckers. Berlin, 1843. Eine frühe Aufarbeitung von Beckers Falschgeld.
- Lawrence, Richard Hoe: Medaillen von Giovanni Cavino, dem “Paduaner”. New York, 1883. Historischer Katalog der Werke von Cavino.
- Klawans, Zander H.: Nachahmungen und Fälschungen römischer Münzen. 1977. Eine Arbeit, die sich mit Nachahmungen römischer Münzen und fiktiven Münztypen befasst. Auch in den Objektbeschreibungen des British Museum wird darauf Bezug genommen.
- Resch, Adolf: Siebenbürgische Münzen und Medaillen von 1538 bis heute. Hermannstadt: Franz Michaelis, 1901. Grundlegender Katalog der transsilvanischen Münzen und Medaillen.
Die Beispiele zur 5-Kronen-Münze von Franz Joseph aus dem Jahr 1906 und zur 10-Kronen-Münze aus dem Jahr 1915 stammen aus den praktischen Beobachtungen von Procopius; dazu geben wir hier keine gesonderte Fallbeschreibung aus der Fachliteratur an.