Der Silberpreis hat wieder begonnen, sich zu bewegen. Dabei handelt es sich nicht um einen plötzlichen Anstieg, nicht um eine Reaktion auf eine einzige Nachricht, sondern um einen sich langsam aber sicher aufbauenden Trend, dessen Auswirkungen nun immer schwerer zu ignorieren sind, selbst auf dem physischen Markt.
Jeder, der sich mit Silber beschäftigt - als Anleger, Sammler oder Numismatiker - spürt, dass sich etwas verändert hat.
Doch was verbirgt sich dahinter, und was bedeutet es für die Welt der alten Silbermünzen?
Silber tritt immer dann in den Vordergrund, wenn „zwei Welten aufeinander treffen”.”
Silber ist ein besonderes Metall.
Es gehört sowohl zur Welt der Edelmetalle als auch der Industrierohstoffe. Diese Dualität ist der Grund, warum der Silberpreis oft erst dann richtig in Bewegung gerät, wenn mehrere Prozesse zusammenlaufen.
Genau das geschieht jetzt.
Auf der einen Seite steht die Seite der Anleger: Inflation, Zinserwartungen, Unsicherheit. Auf der anderen Seite ist da die Industrie: Technologie, Energiewende, Digitalisierung. Und Silber ist auf beiden Seiten ein wichtiger Akteur.
Die Industrie saugt still und leise das Silber auf
Die industrielle Nachfrage nach Silber ist nicht spektakulär, sie ist nicht laut - aber sie ist stark.
Solarpaneele, Elektroautos, Batterien, Elektronik, Datenzentren: Silber ist überall enthalten, oft in unersetzlicher Form.
Dies ist keine vorübergehende Modeerscheinung, sondern ein langfristiger Prozess.
Die grüne Wende, die Energiespeicherung und die Digitalisierung kehren sich nicht um, sondern vertiefen sich - und die Nachfrage nach Silber wächst mit ihr.
Das Angebot kann nicht mithalten.
Die meisten Menschen denken nicht darüber nach, aber eine der größten Besonderheiten des Silbermarktes ist, dass ein Großteil des Silbers nicht aus unabhängigen Minen stammt. Es ist ein Nebenprodukt. Es fällt an, wenn andere Dinge abgebaut werden.
Dies bedeutet, dass Silber umsonst teurer wird:
-keine neue Mine wird über Nacht eröffnet
-Versorgung kann nicht schnell reagieren
-der Mangel ist nicht unmittelbar, sondern schleichend
Diese Art von „unsichtbarem Druck” wird oft erst sichtbar, wenn der physische Markt bereits unter Druck steht.
Aus der Sicht eines Anlegers: Silber beginnt oft spät - aber läuft schnell.
Silber hat eine bekannte Eigenschaft: Es folgt Gold oft mit Verzögerung, aber wenn es sich bewegt, kann es sich proportional stärker bewegen.
Dies ist der Zeitpunkt, an dem viele Anleger Silber wieder für sich entdecken:
-ein leichter zugänglicher Einstiegspunkt
-Option mit der höchsten Volatilität
- „billigere” Alternative zu Gold
Dieser Effekt macht sich nun wieder bemerkbar - nicht nur in den Grafiken, sondern auch in der physischen Nachfrage.
In erster Linie wird das Endergebnis angehoben.
Ein höherer Silberpreis erhöht automatisch den Materialwert von Silbermünzen. Das ist keine Spekulation, das ist Mathematik.
Das Ergebnis ist:
-Ungerechtfertigt billige Artikel verschwinden
-Stabilisierung der Preise für Münzen mittlerer Qualität
-die Sammlung des Sammlers besser schützen
Dieser „unsichtbare Boden” ist in unsicheren Zeiten besonders wichtig.
Der Schwerpunkt liegt wieder auf der Qualität.
Wenn der Silberpreis steigt, verschiebt sich der Markt nach einer Weile: Er konzentriert sich auf die Geschichte, die Seltenheit und den Zustand und nicht mehr auf die Kilos.
Hier gewinnt die Numismatik wirklich:
-Ungarische Silbermedaillen
-Habsburg talleries
-Gothic verets
-frühe moderne Münzen
Gute Stücke sind doppelt wertvoll: sowohl in materieller als auch in numismatischer Hinsicht.
Nun ist Silber kein plötzlicher Boom, sondern ein Trend, der von mehreren Seiten unterstützt wird:
-industrielle Nachfrage
-Anlegerinteresse
-Versorgungsengpässe
Aus numismatischer Sicht bedeutet dies, dass schöne, seltene Silbermünzen in gutem Zustand nicht abdriften, sondern ihren Wert halten - oder sogar steigern - können.
Und das ist immer eine gute Nachricht für diejenigen, die nicht kurzfristig, sondern wertorientiert denken.