Ein „Weltgeld” im ungarischen Gewand, warum wurde es geboren, wofür wurde es verwendet und warum wurde es nie zu einem Volksgeld?
Eine der faszinierendsten, aber oft missverstandenen Goldmünzen der ungarischen Währungsgeschichte des 19. Jahrhunderts ist die ungarische 8 Forint. Sie heißt zwar Forint und ist dem Aussehen nach ungarisches Staatsgeld, aber ihre Funktion war eindeutig die eines internationalen Zahlungsmittels. Diese Zweiteilung macht sie einzigartig - und erklärt auch, warum wir sie viel seltener sehen, als wir vielleicht zunächst denken.
Dieser Blogbeitrag fasst zusammen, was wir mit Sicherheit über die 8 Forint wissen und hilft, diese Münze in das geldpolitische Denken der damaligen Zeit einzuordnen.
An der Schwelle zu einer neuen Ära - warum brauchten wir 8 Forint?
In den Jahrzehnten nach der Wiedervereinigung war eine der wichtigsten Finanzfragen Ungarns, wie das heimische, auf Forint basierende Währungssystem an den internationalen Goldumlauf angepasst werden konnte. In Europa waren Goldmünzen auf Frankenbasis - insbesondere der 20-Franken-Schein - bereits das Maß der Dinge.
Die ungarische Antwort war kein vollständiger Regimewechsel, sondern ein Entgegenkommen.
Das Ergebnis war:
die 4 Forint Gold (10 Franken) und
die 8 Forint Gold (20 Franken).
Die Einführung der 8-Forint-Münze im Jahr 1870 war keine numismatische Kuriosität, sondern eine bewusste geldpolitische Entscheidung: Ungarn wollte eine Goldmünze, die im Inland als Forint und im Ausland als solche erkennbar sein würde.
20 Franken - 8 Forint: keine Dekoration, sondern eine Botschaft
Eines der wichtigsten Merkmale der 8 Forint ist die doppelte Stückelung:
20 FR - 8 FRT
Diese Aufschrift war kein ästhetisches Element, sondern eine funktionale Information.
Das Geld „sagte”:
innerhalb der Monarchie: 8 Forint,
auf dem internationalen Geldmarkt: 20 Franken.
Dies war ein großer Vorteil:
brauchten nicht berücksichtigt zu werden,
brauchte nicht neu berechnet zu werden,
keine Notwendigkeit, Vertrauen aufzubauen.
Die 8 Forint waren für Europa lesbar.
Wie passte der 8-Forint in die Welt der Lateinischen Währungsunion?
Es ist wichtig, dies klarzustellen: Die Monarchie war kein offizielles Mitglied der Lateinischen Währungsunion.
Dennoch übernahm er den Goldstandard.
Die 8 Forint:
hatte das gleiche Gewicht und den gleichen Feingehalt wie eine 20-Franken-Goldmünze,
war effektiv LMU-kompatibles „Weltgeld”.
Dies bedeutete, dass die 8 Forint:
in Banken,
im Außenhandel,
auf internationalen Konten
war so einfach zu handhaben wie ein französisches, italienisches oder schweizerisches 20-Franken-Gold.
Wofür wurde es eigentlich verwendet?
Es ist wichtig zu sagen:
nicht für das, wofür Sie normalerweise Kleingeld verwenden würden.
Die 8 Forint:
nicht für tägliche Einkäufe,
keine Löhne zu zahlen,
für Nicht-Petty-Transaktionen
bedient.
Typische Verwendungszwecke sind dagegen:
Goldreserven der Banken,
Außenhandelszahlungen,
große finanzielle Transaktionen,
Vermögenserhalt.
Es war ein „Schubladengeld”:
lebte nicht in der Tasche, sondern im Safe.
Wenn es sich um legal zirkulierendes Geld handelte, warum wurde es dann nicht an die breite Öffentlichkeit weitergegeben?
Diese Frage trifft den Kern der 8 Forint.
- Zu viel Wert
Eine 8-Forint-Goldmünze war ein extrem hoher Wert für das damalige Durchschnittseinkommen. Im alltäglichen Leben:
Silbermünzen,
Geldscheine,
Banknoten
drehten sich. - Gold ist kein „Taschengeld”
Die Goldmünzen:
aufbewahrt,
gespeichert haben,
vererbt oder weitergegeben - nicht ausgegeben. - Leichte Auswanderung
Weil die 8 Forint im Ausland sind:
war sofort verständlich,
enthielt einen Standard-Goldgehalt,
auf natürliche Art und Weise:
das Land verlassen hat, oder
wurden eingeschmolzen, wenn der Goldmarkt dies erforderte. - Nicht für diesen Zweck konzipiert
Der wichtigste Grund ist jedoch, dass es nicht als Privatkundengeld gedacht war.
Die 8 Forint waren ein geldpolitisches Instrument, keine soziale Währung.
Das Zeitalter von Franz Joseph und die Rolle der 8 Forint
Die ungarischen 8-Forint-Goldmünzen sind typisch für die Herrschaft von Franz Joseph:
sind Spuren einer Übergangszeit, in der:
In Ungarn wurde noch ein auf Forint basierendes System verwendet,
sondern ist nun offen für die internationale, auf Gold basierende Währungswelt,
und das wichtigste Medium des Vertrauens war Gold.
Das „Nachleben” der 8 Forint”
Das Alter der 8-Forint-Goldmünze:
Sie dauerte von 1870 bis zum Ende der Forint-Ära,
Nach der Kronreform von 1892 entfiel ihre Rolle,
ein erheblicher Teil des Bestands wurde fusioniert oder ins Ausland verlagert.
Das ist der Grund:
Heute gibt es nur noch wenige von ihnen,
sind in gutem Zustand besonders selten,
und sagen historisch gesehen viel mehr aus, als ihr Nennwert vermuten lässt.
Die ungarische 8-Forint-Goldmünze ist nicht deshalb etwas Besonderes, weil sie aus 8 Forint besteht,
sondern weil es 20 Franken kostete.
Zu einer Zeit, als Ungarn noch auf der Suche nach seinem Platz auf der finanziellen Landkarte Europas war, wusste diese Münze genau, an welchem Tisch sie sitzen wollte.